Begriffserklärungen

A:

Afstammelingskeuring (Nachzuchtprüfung): In dem Jahr, in dem die ersten Nachkommen drei Jahre alt werden, muss sich der Hengst einer Nachzuchtprüfung stellen. Es werden eine festgelegte Zahl von Nachkommen von einer Kommission begutachtet. Werden die Jungtiere für gut befunden, ist der Hengst weiterhin zur Zucht zugelassen. Ist dies nicht der Fall, wird er abgekört.

Arresleden: Ist die „Winterausführung” der Sjezen mit Kufen. Auch diese Arresleden sind registriert und dementsprechend wertvoll. Auch heute werden im Winter mit diesen Gefährten Wettbewerbe ausgetragen.

C:

CO: Centraal Onderzoek. Dies ist die Hengstleistungsprüfung. Sie dauert 57 Tage und wird inzwischen wieder im F.P.C. in Drachten abgelegt. Es gibt eine Zwischen- und Abschlussprüfung, bei der Zwischenprüfung wird noch einmal ausselektiert. Am Ende bekommen die Hengste eine Bewertung und Schlussbeurteilung.

E:

Ermelo: Neben dem FPC einer der ‚Austragungsorte‘ für die 1. Besichtigung der Hengste. Hier findet auch oftmals die Schlußbeurteilung der Hengste welche die CO durchlaufen statt.

F:

Fokdag: Dies ist die Zuchtschau für die Stammbuchaufnahme der Fohlen und Stuten, bzw. auch für die Graderhöhung der Stuten z. B. von Stammbuch zu Ster.

F.P.C.: Friesch Paarden Centrum, in Drachten angesiedelt. Hier wird die Hengstleistungsprüfung (CO) durchgeführt. Ebenso ist es der Austragungsort für die Centrale Keuring (CK) im September und die 1. Besichtigung der Junghengste Anfang Dezember.

G:

Gewinnpunkte (Winstpunt): In den Niederländischen Dressurklassen (Dressurreiten und -fahren) werden die Paare nach Punkten bewertet. Ab einer Mindestpunktzahl werden die Gewinnpunkte vergeben. Dies ist mit den Pferden vergleichbar, die in Deutschland eine Platzierung erreicht haben.

H:

Hengstencarrousel: Bezeichnung für eine Quadrille mit 12 K.F.P.S. Deckhengsten.

Hengstlijn: Dies sind die Hengstlinien (Age-, Tetman- und Ritske-Linie), die durch einflussreiche Deckhengste entstanden sind und im Stammbaum eine eigene Linie begründeten.

HK: Hengstenkeuring in Leeuwarden im Januar. Wird in drei Runden ausgetragen, wer die zweite Besichtigung erreicht, gilt als Qualitätsnachkomme und hilft der Mutter Preferent zu werden. Wer die dritte Runde erreicht, wird zur CO nach Drachten angewiesen.

I:

Inteelt: Dies ist der Inzuchtfaktor, er wird seit 1989 in den F.P.S. Papieren des Pferdes angegeben. Er errechnet sich aus gleichen Eltern in den ersten fünf Generationen, die sowohl in der Vater- als auch in der Mutterlinie vorkommen.

K:

Kampioen: Kampioens (Champions) werden auf vielen Veranstaltungen gekürt, z.B. Zuchtschauen oder Fahrturniere. Der begehrteste Kampions-Titel ist der auf der Hengstkörung in Leeuwarden. Denn dort messen sich die Stammbuchhengste untereinander, Althengste über 13 Jahre müssen daran nicht mehr teilnehmen.

K.F.P.S.: Koninklijke Vereniging Het Friesch Paarden Stamboek. Seit 1954 darf das F.P.S. sich „Königlich” nennen. Daher rührt auch die Krone in dem Wappen. Seit diser Zeit waren Königin Juliane und später ihre Tochter Königin (jetzt Prinzessin) Beatrix Schirmherrin des Stammbuches.

KI: Niederländische Abkürzung für künstliche Besamung. Sperma muss eine Mindestqualität haben, damit ein Hengst zur künstlichen Besamung zugelassen wird. Die Qualität wird regelmäßig kontrolliert.

L:

Leeuwarden: Ort der Hengstenkeuring, die jedes Jahr an insgesamt drei Tagen zusammen ca. 14.000 Besucher anzieht.

M:

Merriestammen: Standardwerk über die Friesenstuten von Dr. Geurts. Mit diesem Buch ist es möglich, die Abstammung eines Friesen bis zu seinen Wurzeln zurück zu verfolgen. Wird inzwischen nicht mehr in Schriftlicher Form herausgegeben, da jedes KFPS-Mitglied die Möglichkeit hat, die Datenbank des KFPS zu benutzen.

Model: Höchste Auszeichnung für eine Stute. Stellt das Idealbild in Sachen Exterieur dar. Wird im Gegensatz zu Ster nicht an Wallache vergeben. Pro Jahr werden nur eine geringe Zahl an Stuten zu Model erklärt.

Monsterknecht: Monster heißt auf Deutsch Muster. Monsterknechte sind die Männer, die auf den Zuchtschauen die Pferde an der Hand vorstellen. Vorraussetzung sind schnelle Beine, um im starken Trab mithalten zu können, Ausdauer und viel Gefühl für das vorzubringende Pferd.

P:

Preferent: Bezieht sich auf die Qualität der Nachkommen. Der deutsche Begriff ist ‚Nachzuchtgeprüft‘, aber nicht zu verwechseln mit Nachzuchtprüfung! Bei vier Qualitätsnachkommen (Ster, Model oder Hengst in zweiter Runde bei Körung) kann der Züchter dieses Prädikat beantragen. Bei Hengsten wurde bis Herbst 2008 auf Antrag des Züchters geprüft, ob der Hengst würdig ist, dieses Prädikat zu empfangen. Denn anders als bei Stuten, war die Preferentschaft beim Hengst bis dahin nicht an eine Mindestzahl von Qualitätsnachkommen gebunden, sondern vielmehr eine Ehrenbezeichnung. Seit Herbst 2008 wird die Preferentschaft ebenso wie bei den Stuten anhand der Qualitätsnachkommen vergeben. Erreicht ein Hengst 1000 Punkte, so wird er automatisch Preferent erklärt.

Prestatiemoeder: Auszeichnung für die Qualität der Nachkommen einer Stute. Jedoch nicht für die Exterieurauszeichnungen der Nachkommen, sondern für deren sportliche Leistungen (Sportprestaties). Damit die Stute diese Auszeichnung bekommt, müssen mindestens drei Nachkommen überdurchschnittliche Leistungen im Fahr-, und Reitsport erreicht haben.

R:

Ruin: Treffendes niederländisches Wort für Wallach.

S:

Sjees: Einachsige Kutsche mit schalenförmigem Aufbau, hängend an Lederriemen gelagert. Die meisten stammen aus dem achtzehnten Jahrhundert und sind im Sjezen-Stammbuch bei dem Verein Het Fries Sjezen-Stamboek registriert. Im Original sind sie, wenn überhaupt verkäuflich, kaum zu bezahlen. Nachbauten kosten etwa 6.000,– €.

Stap: Dies ist die Grundgangart Schritt.

Stalnaam: Seit 1993 besteht, um den Namensengpaß bei den Friesen etwas einzudämmen, die Möglichkeit sich einen Stallnamen eintragen zu lassen. Dieser wird dann als Namenszusatz in den Papieren aufgeführt. Beispiel: Hengst Eelke aus dem Stall Welgelegen heißt dann „Eelke van Welgelegen”

Stb.: Eine geläufige Abkürzung für Stammbuch. Tritt diese Abkürzung in Verbindung mit einem Namen
auf, bedeutet es, dass das Pferd ins Stammbuch des K.F.P.S. aufgenommen wurde.

Ster: Exterieurauszeichnung für Stuten, Wallache und seit einiger Zeit nun auch für Hengste. Wird bei den Stuten an ca. höchstens 30 bis 40% eines Jahrganges vergeben, meistens sind es sogar noch weniger.

SWS-Station: Deckstation, die die EG-Richtlinien erfüllt und Tiefgefriersperma oder Frischsperma in die ganze Welt verschicken darf. KI-Stationen dürfen nur national versenden. Die Hengste stehen unter strengster Quarantäne und werden regelmäßig tierärztlich untersucht.

T:

Tongcode: Dies ist eine Identifikationsnummer, die dem Fohlen auf die linke Zungenunterseite tätowiert wird. In Deutschland seit 1996 nicht mehr erlaubt, stattdessen wird ein Microchip implantiert. Auch in den Niederlanden wird jetzt ein Chip eingesetzt.

V:

Veiling: Niederländisches Wort für Versteigerung. Die bekannteste Friesenversteigerung ist in Joure. Sie gilt auch als Preisbarometer für Friesenpferde. Aber auch im F.P.C. werden regelmäßig Friesen versteigert.

Veulen: Niederländisches Wort für Fohlen. Alle Fohlen von einem K.F.P.S. Stammbuchhengst werden ins Veulenboek aufgenommen. Ab einem Alter von 2 ½ Jahren können die Tiere für die Aufnahme ins Stammbuch oder höher vorgestellt werden.

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